Grundidee

Unser seelisches und
körperliches Befinden
spiegelt sich wesentlich
in unserem Hören wider.

Ist die Wahrnehmung bestimmter Frequenzen jedoch gestört…

…werden akustische Informationen nur langsam oder gar fehlerhaft im Gehirn verarbeitet und interpretiert. Die gestörte Reizweiterleitung zwischen Ohr und Gehirn beeinträchtigt unsere Fähigkeit mit der Umwelt zu kommunizieren und wirkt sich negativ auf unser Wohlbefinden aus, was bei Erwachsenen, Kindern und Senioren zu einer Reihe von Beschwerden führen kann.

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Der Einsatz bearbeiteter Musik trainiert unseren Hör- und Gleichgewichtssinn und stimuliert das Gehirn

Dadurch verbessert sich die Hörverarbeitung dauerhaft. Die Normalisierung unseres Hörwahrnehmens bringt Körper und Psyche wieder ins Gleichgewicht – und wirkt sich somit positiv auf unser gesamtes Befinden aus.

GESTÖRTE HÖRWAHRNEHMUNG

TECHNIK

Wenn die Hörwahrnehmung gestört ist, werden bestimmte Frequenzen nur sehr schwach oder überdeutlich wahrgenommen. Manche Geräusche werden sogar regelrecht ausgeblendet.

Um herauszufinden, welche Frequenzen betroffen sind, wird als Grundlage der Behandlung die Hörwahrnehmung mit einem speziell geeichten Hörtestgerät geprüft. Die dadurch ermittelte Hörkurve lässt je nach Ausprägung auf eine bestimmte körperliche bzw. psychische Symptomatik schließen. Ziel der Behandlung ist es, die Frequenzwahrnehmung zu normalisieren und darüber unser Befinden wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Auch wenn das Gehirn bestimmte Frequenzen ausblendet, reagiert es jedoch weiterhin sehr sensibel auf unerwartete Reize. Diesen Effekt macht sich die Behandlungsmethode zunutze, indem sie dem Ohr ein abwechslungsreiches Klangprogramm bietet. Hierbei wird meist auf musikalische oder stimmliche Reize zurückgegriffen, die durch elektronische Filter modifiziert werden, sodass sich eine Mischung unterschiedlicher Frequenzen ergibt. Diese klanglichen Kontraste sind unregelmäßig angeordnet und für den Hörenden nicht vorhersehbar. Wird das Gehirn wiederholt mit den wechselnden Frequenzen stimuliert, können sich neue neurologische Verbindungen aufbauen. Auf diese Weise verbessert sich die Hörverarbeitung und damit letztlich auch unser Befinden. Insbesondere bei Gleichgewichtsproblemen wird die Anwendung teilweise zusätzlich durch Bewegungsübungen unterstützt.

EFFEKTE

Ruhe &
Ausgeglichenheit

Wiederherstellung des inneren Gleichgewichts, Zuversicht, Optimismus, positives Denken

Besseres
Hören

Genuss an Gesellschaft und Unterhaltung, intensivere Naturwahrnehmung, Spaß an Freizeitaktivitäten wie Konzertbesuchen

Körperliche
Stabilisierung

Harmonisierung von Bewegungsabläufen, bessere Bewegungskontrolle und Feinmotorik, Sicherheit beim Autofahren, Gangsicherheit, reduzierte Fallneigung

Hintergrund & Lektüre

Die Entwicklung der Methode

Die Entdeckung der engen Beziehung zwischen Hörwahrnehmung, Gehirn und Psyche geht auf die Forschungen des französischen Hals-Nasen-Ohrenarztes Professor Dr. Alfred A. Tomatis zurück. Er erkannte das Ohr als wichtigstes Sinnesorgan zur Gehirnstimulation und bemerkte zudem einen Unterschied zwischen Hören und Zuhören: Hören bezeichnet die passive Klangwahrnehmung. Das Zuhören hingegen bezieht sich auf das aktive Erfassen der Klanginformation. Ist das Zuhören gestört, können eine Vielzahl körperlicher und psychischer Beschwerden auftreten.

Tomatis entwickelte daher ein den 1950er Jahren eine therapeutische Methode, um die Fähigkeit des Zuhörens wiederherzustellen: die Audio-Psycho-Phonologie (APP). Zentraler Bestandteil seiner Therapie war das sogenannte „Elektrische Ohr“. Mithilfe dieses Geräts trainierte er die Hörwahrnehmung seiner Patienten.

Seine Erkenntnisse fasste Tomatis in drei Gesetzen zusammen.

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Die Stimme enthält nur die Obertöne, die das Ohr wahrnimmt.

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Gibt man dem Ohr die Möglichkeit, nicht mehr oder nicht gut wahrgenommene Frequenzen wieder korrekt zu hören, so treten diese augenblicklich und unbewusst wieder in der Stimme in Erscheinung.

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Die über eine bestimmte Zeitdauer wiederholte akustische Stimulation führt zur endgültigen Veränderung des Gehörs und folglich der Phonation.

Neuroplastizität des Gehirns

Moderne Weiterentwicklung der Methode

Aktuelle Erkenntnisse der Neuroforschung und neue technische Möglichkeiten führten zu einer modernen Weiterentwicklung der Methode. Begründen lässt sich die Wirkung des Konzepts heute durch die sogenannte Neuroplastizität des Gehirns: akustische Reize stimulieren verschiedene Gehirnareale und führen zu einem Aufbau neuer neuronaler Vernetzungen. Neurowissenschaftler sind sich heute einig, dass unser Gehirn bis ins hohe Alter neue Verknüpfungen aufbauen kann, sodass Fähigkeiten neu oder wieder erlernt werden können. Durch das gezielte Setzen von Nervenreizen lässt sich dieser Mechanismus aktivieren und führt zu einer nachhaltigen oder sogar dauerhaften Verbesserung der Hörwahrnehmung.

Aber wie kann sich eine verbesserte Hörwahrnehmung überhaupt auf die Motorik oder die Psyche auswirken? Die Antwort darauf liefert der „Arbeitsprozess“, der bei der Hörverarbeitung im Gehirn in Gang gesetzt wird. Damit Geräusche interpretiert und eingeordnet werden können, muss das Gehirn diese mit bestehendem Wissen – also Emotionen, Erfahrungen, Sprache und andere Sinneswahrnehmungen – abgleichen. Die Hörverarbeitung ist demnach eng an andere Bereiche des Gehirns gebunden, die über den Hörnerv erreicht und stimuliert werden können. Das hat letztendlich eine positive Auswirkung auf Gefühle, Aufmerksamkeit, Sprache, Motorik und Kommunikation.

Auditive Neurostimulation

Tabea Müller
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© Tabea Müller